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Stille Welt

Die Retrospektive zum Werk des Malers Günther Blau (1922-2007), setzt den Themenschwerpunkt Gegenständliche Malerei fort, den das Museum seit Jahren kontinuierlich verfolgt. Es werden Gemälde, Gouachen und Collagen aus dem Nachlass präsentiert, die sich im Besitz der Künstlerwitwe befinden. Stille Welt ist der Titel der Ausstellung, die Stilleben, Stadtansichten und Porträts vorstellt, unterbrochen von Skulpturen.

Bei Günther Blau wird allerdings alles zum Stilleben, nicht nur die Kompositionen mit Früchten und Gegenständen; auch die verlassenen Partien von Fabriken und anderen technischen Anlagen einer Stadtlandschaft. In ihnen dokumentiert sich eine Wirklichkeit, die trotz der Abwesenheit des Menschen ihren Bezug nie aufgegeben hat zur menschlichen Existenz.

Seine sorgfältig komponierten Stillleben erheben einfachste Dinge zum Gegenstand einer meditativen Betrachtung: Ein Laib Brot, eine halb geschälte Birne, eine Flasche, ein Küchenbrett, eine Kerze, eine Schachtel Zündhölzer erscheinen durch seine Feinmalerei wie Kostbarkeiten; sie stehen so im Zentrum seiner Aufmerksamkeit, als würden sich alle Fragen des Daseins nur auf diese einfachen Dinge des Alltags konzentrieren.

Spiegelungen auf dem Glas machen das Flüchtige und Scheinbare der Existenz bewusst. Ein verknittertes Papier, das eine Flasche umhüllt, fordert von Günther Blau große malerische Sensibilität und die vollkommene Unterordnung des Künstlers unter den Malprozess, der an sich schon ein Anmalen gegen die Vergänglichkeit darstellt. Die lädierte Gliederpuppe, die Spielkarte, das Verdienstkreuz, Schere und Faden, die Uhr ohne die Zeitanzeiger, das Tierskelett und das gemalte Foto mit dem Engel der Dresdner Frauenkirche über der kriegszerstörten Stadt, die kurzlebigen Blumen, die verwesenden Früchte – Günther Blau findet und erfindet für seine Lebenserfahrungen und die Tragik unserer Zeit Bildzeichen und –motive mit sprechender Vanitassymbolik. Auch der surreale Realismus seiner Trompe-l’oeils geht in diese Richtung und entlarvt den Illusionismus der Wirklichkeit.

Trotz ihrer eher gedämpften Grundstimmung haben die Bilder von Günther Blau dennoch eine strahlende Leuchtkraft. Das liegt an der raffinierten Lichtführung, mit der einzelne Lichtakzente gesetzt und feine Farbverläufe moduliert sind. Überhaupt spielt das Licht in den Bildern von Günther Blau die Rolle eines heimlichen Regisseurs. Es umspielt die Gesichter der Porträtierten, hinterlegt die Gegenstände mit Schatten und hebt die Dinge aus dem Halbdunkel des Bildraums hervor.

Veranstalter

Ausstellungen im Schloss
Museum Bad Arolsen und Museumsverein
9. September bis 3. Dezember 2017
Mittwoch bis Samstag 14.30 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr, Sonntagsführungen 11.15 Uhr.
Information 05691 / 625734

Weitere Informationen:

Touristik-Service
Große Allee 24, 34454 Bad Arolsen
Tel.: 0 56 91 – 801-240
Fax: 0 56 91 – 801-238
touristik-service@bad-arolsen.de
www.bad-arolsen.de

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